Don McCullin setzte sich bewusst und vorsätzlich Lebensgefahren aus. Vor seiner Kamera wurden Soldaten und Zivilisten gedemütigt und exekutiert, Leichen respektlos verscharrt, Kinder starben in den Armen hilfloser Eltern und Menschen flohen vor Zerstörung und Leid. Seine Fotografien erlauben einen kontrollierten Zugang zu Geschehen, die ebenso schrecklich und grausam wie fern und aufregend sind.
Für seine Arbeiten in Kriegsgebieten hat Don McCullin einen hohen persönlichen Preis gezahlt. Er wurde süchtig nach Leben in Extremen und nach neuen Bildern. Selten hat ein Fotograf diese Erfahrung - auch seine Machtlosigkeit - so problematisiert. Von seinen Reisen zurückgekehrt brachte Don McCullin mehr als nur belichtete Filme, sondern auch kaum vermittelbare Erlebnisse mit. Als Reaktion auf die Erkenntnis, dass Frieden letzendlich unmöglich ist, wandte sich Don McCullin in den letzten 25 Jahren anderen und neuen Sujets zu – die britische Gesellschaft und deren Alltag, Pilgerstätten am Ufer des Ganges, untergegange Stämme in Äthiopien sowie Spuren des Römischen Reichs im Mittelmeerraum. Seine dunklen Stillleben und ruhigen Landschaftsaufnahmen bei Sonnenuntergang und stürmischen Himmel spiegeln seinen heutigen Blick auf die Welt wider.
C/O Berlin präsentiert erstmals in Berlin Arbeiten aus dem Gesamtwerk von Don McCullin mit ca. 150 Schwarz/Weiss- und Farbfotografien. Die Ausstellung wurde kuratiert von Robert Pledge, Gründer und Präsident von Contact Press Images.